Kastration bei Hündin wegen Gebärmutterentzündung


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Meine Hündin wurde kastriert... NEIN, nicht sterilisiert, KASTRIERT. Und nein, es heißt nicht bei Mädchen Sterilisation und bei Jungs Kastration. Was musste ich mir das in den letzten Tagen oft anhören wenn ich davon erzählte dass meiner Hündin Nele die Gebärmutter entfernt wird da sie dort eine Entzündung bekommen hat. Ich wusste das aber bis vor kurzem auch garnicht, erst durch Berichte im Netz und Anruf beim Tierarzt  wurde ich darauf aufmerksam dass es Kastration heißt...

Die Sterilisation
  • Sterilisation nennt es sich wenn etwas abgeklemmt wird, also bei der Hündin die Eileiter und beim Hund die Samenleiter. Die Produktion der Geschlechtshormone hingegen bleibt erhalten. Eine Hündin wird also weiterhin läufig, bekommt ihre Regel und kann auch weiterhin Scheinschwanger werden
Die Kastration
  • bei einer Kastration werden beim Hund die Hoden entfernt und bei der Hündin die Eierstöcke und wenn es sein muss auch die Gebärmutter. Danach hat sie keine Regel mehr, wird nicht mehr läufig und hat auch keine Scheinschwangerschaft mehr

 

Die Entdeckung der Gebärmutterentzündung

Wie im Bericht über die Analdrüsenentzündung bereits geschrieben, kannte ich diese Krankheit gar nicht. Ich musste zum Tierarzt wegen Verdacht auf Analdrüsenentzündung und dort erzählte mir die Tierärztin von der Krankheit der Gebärmutterentzündung und dass ich da genau drauf achten soll, da sowas auch sehr schnell gehen kann. Sie tastete den unteren Bereich ab und schaute sich auch ihre Vagina an. Das sah alles noch ganz gut aus. Beim Fieber messen kam eine leicht erhöhte Temperatur raus. Die Tierärztin empfahl mir vielleicht mal die Tage eine Ultraschalluntersuchung zu machen.

Zu Hause machte ich mir natürlich Sorgen und googlete nochmal genau danach.

 

Symptome einer Gebärmutterentzündung

  • Unregelmäßigkeiten bei der Regel
    • Das passte, meine Hündin Nele bekam ihre Tage ca. einen Monat später als üblich. Es waren fast genau immer 9 Monate, diesmal knapp über 10
  • Durchfall
    •  Hier war nichts unnatürliches aufgefallen
  • Erbrechen
    • Auch hier keine Symptome dafür
  • Verlängerte Läufigkeitsblutung und Blutung zwischen den Läufigkeiten
    • Das war auch nicht der Fall
  • Unterschiedlich starker Ausfluss, von bräunlich blutig bis Eitrig
    • Dies könnte zumindest während der Regel der Fall gewesen sein, hier war es teilweise recht braun
  • starker Durst
    • sie hatte zwar Phasen wo sie mal recht viel trank aber das konnte ich oftmals auf vorherige Mahlzeiten zurück führen
  • häufiges Urinieren
    • das geht wahrscheinlich auf den starken Durst zurück, konnte ich aber bei Nele dennoch nicht fest stellen
  • Unwohlsein, Mattigkeit
    • Sie schlief in den Wochen nach der Läufigkeit recht viel, jedoch war es nichts ungewöhnliches für sie. Das kam oft danach vor, wahrscheinlich durch ihre Scheinschwangerschaften die sie jedes mal hatte. Draußen an der frischen Luft war sie jedoch der gleiche Wirbelwind wie immer
  • Appetitlosigkeit
    • Solange es das richtige Essen war, auf keinen Fall ;-)
  • Umfangsvermehrung
    • Ähm, nein. Seit sie 6 Monate alst ist, hat sie in etwa dasselbe Gewicht von 7 Kg
  • Schwäche in der Hinterhand
    • Auch nicht
  • Fieber
    • Laut Tierarzt leicht erhöht

Die große Mehrzahl der Symptome trafen also nicht zu. Dennoch machte ich mir weiterhin Sorgen, da ja auch schon bei der Analdrüsenentzündung nicht alle Symptome auftraten.

  • Erhöhtes Risiko an einer Gebärmutterentzündung zu erkranken bestehen zudem bei häufigen Scheinschwangerschaftssymptomen. Und DAS ist ganz eindeutig in den letzten 8 Jahren der Fall gewesen. Die ersten Wochen nach der Läufigkeit sind noch recht normal, doch dann wenn in etwa die Babys kommen müssten, beginnt sie größere Hundebrüste zu bekommen und sogar Milch zu produzieren. Auch fängt sie dann an sich in dunkle Ekcen zu verkriechen wie unterm Bett oder sogar im Kleiderschrank und sie rennt mit Kuscheltieren umher und hortet sie.
  • Die Symptome der Gebärmutterentzündung kommen zudem meist ca. 3 bis 7 Wochen nach der Läufigkeit. Das kam zudem auch wieder sehr gut bei meiner Hündin Nele hin

Während eine Hündin ihre Tage hat, ist die Gebärmutter offen und dadurch können vermehrt Bakterien eintreten. bei der Entzündung entsteht Eiter und dieser sammalt sich dann in der Gebärmutter. Dadurch kann sie sich so stark füllen dass sie sogar platzen kann wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird - und über die Konsequenzen mag ich gar nicht nachdenken.

Dann gibt es aber auch noch die Gebärmutterentzündung wo der Eiter abfließen kann, dann

  • leckt sich die Hündin vermehrt unten rum, da es dort raus kommt.
    • Das war bei Nele auf jeden Fall auch so
    • Diese Krankheit ist nicht ganz so schlimm bzw. kann durch das Lecken früher bemerkt und behandelt werden.
  • Zudem bekommen 1/4 der Hündinnen bis zum Alter von 10 Jahren eine Gebärmutterentzündung
    • Nele ist bereits 8 1/2, weshalb das Risiko also nochmal erhöht ist

 

Termin zur Kastration wegen Gebärmutterentzündung

Meine Hündin hatte also zwar ein paar Anzeichen und ein paar Voraussetzungen dafür, jedoch nicht alle. Eine Kastration hatten wir uns schon lange überlegt, ich bin nur einfach kein Fan davon etwas entfernen zu lassen was nicht unbedingt sein muss. Diese 4 Wochen alle 9 Monate lang mal aufpassen dass sie kein Rüde besteigt, ist auszuhalten. Eigentlich sind es sogar nur 2 bis 3 Wochen da sie nicht von Anfang an auch Lust hat ;-)

Mit dieser Gefahr im Rücken sah es nun also natürlich etwas anders aus und eine Kastration kam eindeutig in Frage. Wir machten einen Termin beim Tierarzt für eine Ultraschalluntersuchung - und tatsächlich konnte eine Entzündung entdeckt werden. Sie war noch nicht extrem schlimm, weshalb keine Not OP sein musste. Einen Termin machten wir für 3 Tage später.

  • Ab 20 Uhr am Vortag durfte meine Hündin nichts mehr Essen aber weiterhin trinken
  • Um 9 Uhr am nächsten Tag brachte ich sie dann zum Tierarzt
  • Es gab nochmal eine kleine Untersuchung mit Fieber messen

und dann musste ich sie dort lassen. War schon komisch, die Tierärztin nahm sie an die Leine und Nele zog und wollte zu mir aber ich verschwand in eine andere Richtung.

  • Abends zwischen 17 und 19 Uhr konnte ich sie dann wieder abholen

nele huendin kastration gebaermutterentzuendung 18Auch wenn die Arbeit bis dahin gut abgelenkt hat, war ich doch sehr nervös und schaute immer aufs Handy aus Angst es kommt ein Anruf mit schlechten Nachrichten. Aber es kam nichts und so stand ich gegen 18 Uhr wieder an der Rezeption vom Tierarzt in Rostock Lütten Klein. Nochmal ca. 15 Minuten nervöses warten bis ich endlich aufgerufen wurde. Es verlief wirklich alles gut und als Nele aus ihrer Box ins Arztzimmer geholt wurde war sie noch sehr benebelt. Sie sah mich wohl noch nicht wirklich, hörte mich aber schon und versuchte mit dem Schwanz zu wedeln und die Ohren vor Freude anzulegen aber das klappte noch nicht so richtig.

Sie hatte einen leichten rechtsdrall und konnte sich nur mit Hilfe von mir halten. Dann wurde der Verband am Fuß abgemacht wo noch die Kanüle drin war und sie bekam einen kleinen Bauchanzug. Gottseidank, mit einer Halskrause 10 Tage lang wäre sie bestimmt nicht klar gekommen.

 

Kosten der Kastration und die Agila OP Kostenschutz Versicherung

Gesamtkosten der Kastration meiner Hündin:

  • 354,70 €

Darin enthalten:

  • Allgemeine Untersuchung mit beratung
  • Narkose
  • Venenkatheter
  • Dauertropf
  • Ovarhysterektomie Hund (dia Kastrations OP an sich)
  • Injektion

Sonstige Kosten:

  • 16,47 €

Darin enthalten:

  • Bauchverband und
  • Medikamente

 

Zahlt die Agila Versicherung die Kastration?

In meinem Bericht zur Verletzung meiner Hündin im Ohr, berichtete ich ja bereits über die Agila Versicherung OP Kostenschutz. Nun war also meine Frage ob die Verscherung auch hierfür einspringt? Schließlich ist es ja eine Operation unter Vollnarkose. Ich las mir erstmal auf der Agila Seite die Bedingungen durch udn fand gleich ganz klipp und klar dass Kastrationen NICHT übernommen werden. Doch da gab es einen Zusatz bei dem stand "außer bei medizinischer Indikation". Medizinische Indikation heißt auf Deutsch medizinische Notwendigkeit - also müsste die Versicherung auch ganz eindeutig diese Operation übernehmen, schließlich war bereits eine Gebärmutterentzündung vorhanden. 

Die Rechnung kann man ganz einfach online einreichen was ich auch noch am selben Tag gemacht habe. Sobald ich eine Rückinfo von Agila bekommen habe, aktualisiere ich diesen Beitrag.

Update: Die Rechnung wurde innerhalb von 3 Werktagen wieder beglichen - ganz ohne Beanstandung der Versicherung. So wünscht man sich das :-)

 

Verhalten nach der Hündin Kastration 

Eine Kastration ist immer ein recht großer Eingriff und so muss sich jede Hündin danach natürlich erstmal ausruhen. 

  • Als wir vom Tierarzt raus sind, konnte sie sich schon selber auf Beinen halten und hat erstmal ein großes Geschäft gemacht. Damit hätte ich auch nicht gerechnet ;-) Im Auto transportierte ich sie auf ihrem Bett gleich auf dem Beifahrersitz damit ich sie im Auge habe.
  • In der ersten Nacht hat sie viele Geräuche von sich gegeben, ich kann die gar nicht so richtig beschreiben, jedoch ist dies ganz normal, darauf wies mich die Ärztin bereits vorher hin und auch im Netz hatte ich davon schon gelesen. Die Tage danach machte sie diese Geräusche nicht mehr
  • Keine langen Spaziergänge
    • Die ersten 3 Tage hatte meine Hündin bisher noch gar keine Lust sich mehr als notwendig zu bewegen.
    • Ich musste bisher mit ihr sogar nur morgens einmal kurz für 5 Minuten raus, sie hat ihre Geschäfte gemacht und den Rest des Tages geschlafen, auch Abends wollte sie nicht mal mehr raus
  • Genau beobachten ob sie sich normal verhält
    • Bis auf den vielen Schlaf den sie nun brauchte war alles normal. Sie hatte keine Anzeichen von Schmerzen, sie trank wenn sie durstig war und sie aß auch, zwar etwas weniger als sonst aber bei weniger Bewegung ja auch normal
  • Die Scheinschwangerschaft hält noch weiterhin an, schließlich sind die Hormone ja noch immer im Körper, es werden nun bloß keine neuen mehr produziert und somit die alten langsam abgebaut.
  • Am 1. Tag nach der OP mussten wir nochmal zur Nachuntersuchung, da wurde ich nach ihrem Verhalten befragt und die Narbe wurde sich angesehen. Da konnte ich sie auch zum ersten mal sehen - ganzschön groß ist sie doch aber dafür sah sie richtig gut aus. Man konnte fast gar nicht sehen dass dort eine Narbe ist. Kaum Fäden zu sehen und es müssen auch keine gezogen werden.
  • Am 2. Tag nach der Kastration machte ich ihr den Bauchschutz ab und wusch ihn einmal bei 40 Grad damit er wieder sauber ist. Danach saßen wir bestimmt 10 Minuten bis ich wusste wie man ihn wieder richtig anzieht ;-)

 

Die Verdauung einer Hündin nach Kastration

  • Tatsächlich ist es wohl so dass nach der Kastration eine Hündin schneller zunehmen kann da sie das essen dann anders verdaut. Daher sollten wir ca. 30 % weniger Essen geben als sonst und sie beobachten. Es ist leichter das Fressen dann später zu erhöhen als das Übergewicht wieder runter zu kriegen.

 

Das waren also die ersten Tage nach der Kastration meiner Hündin. Ich werde demnächst hier weitere Updates zur Entwicklung meiner Hündin schreiben.

 

Updates:

Tag 5 nach der Kastration meiner Hündin

 Wir waren heute zur 2. Nachuntersuchung - mein Gott hatte sie diesmal extreme Angst im Warteraum, sie kam gar nicht zur Ruhe und hat nur gezogen. Das spiegelte sich dann auch beim Fieber messen wieder - leicht erhöhte Temperatur. Zumindest hoffen wir dass es davon kommt. Ansonsten sieht die Narbe aber sehr gut aus. Auch konnte keine Flüssigkeit dort irgendwo entdeckt werden. Den Bauchverband brauchen wir nun auch nicht mehr um machen - gottseidank :-). Aber ein bisschen ein Auge darauf haben wie oft sie sich an der Narbe schleckt, zur Not sonst aber den Bauchverband nachts um machen. Ich denke aber das wird kein Problem sein, sie hatte bisher noch keine wirklichen Anzeichen gemacht dass sie dort vermehrt lecken wollte.

Auch haben wir uns gleich vom Tierarzt ein Fieber Thermometer gekauft damit wir die Temperatur beobachten können.

38,6 Grad ist die perfekte Temperatur für Hunde. Bis 39 Grad ist es noch in Ordnung, darüber hinaus ist es Fieber.

 

3 Wochen nach der Kastration

Die Naht will sich jetzt so nach für nach auflösen. Problem ist das untere Ende - denn dort ist die Haut etwas dicker geworden, teilweise sah es so aus als wenn es sich entzündet hat. Vielleicht Ihr das von Euch selbst wenn sich mal ein Haar ubter der Haut verwächst, dann entzündet sich das dort manchmal. So schien es durch das Nahtende bei meiner Hündin Nele auch zu sein. 

Sicherheitshalber sind wir also wieder zum Tierarzt nach Groß Klein gefahren. Wir waren keine 2 Minuten drin, wir sollen die Stelle regelmäßig mit Bepanthen einreiben und im Auge behalten. Wird es weiter dicker oder fängt an zu suppen, dann nochmal hin.

Die ersten 5 Tage danach sieht es ganz okay aus. Zwar immernoch etwas dicker an einer Stelle aber es hält sich im Rahmen. Ansonsten sieht die Narbe schon richtig gut aus, jetzt wo die Fäden sich langsam auflösen, wird sie immer kleiner. 

Meine Hündin Nele hat die Entfernung der Gebärmutter also bis jetzt sehr gut überstanden, sie ist so gut drauf wie immer und auch beim Futter bekommt sie jetzt schon wieder die gleiche Menge wie vor der Kastration und legt trotzdem nicht an Gewicht zu, was ja nach so einer Operation oftmals möglich ist.

 

8 Monate nach der Kastration

Ihr geht es super und auch charakterlich hat sie sich überhaupt nicht verändert. Die Narbe ist überhaupt nicht mehr zu sehen und auch die Verdauung meiner Hündin arbeitet so wie immer. Jetzt müsste in etwa der Zeitpunkt sein wo sie wieder ihre Tage bekommen hätte - hat schon seine Vorteile jetzt nicht mehr aufpassen zu müssen :-)

 

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